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Der Musikwissenschaftler Matthias Henke publiziert hier erstmals eine umfassende Geschichte der deutschen Zupforchester. In der ausführlichen und mit Bildmaterial reich ausgestatteten Darstellung werden nach einem historischen Überblick des Ensemblespiels auf Zupfinstrumenten, ausgehend von den Wurzeln in Italien, zunächst die Anfänge der Zupfmusikbewegung in Deutschland dargestellt, als die seinerzeit sogenannten Mandolinenorchester noch keinen Dachverband hatten. Ein weiterer Abschnitt ist der Zupfmusikbewegung in Verbindung mit der Jugendmusikbewegung und dem Aufblühen der Zupfmusikvereine nach dem ersten Weltkrieg gewidmet. Ihr bemerkenswerter, während der 20er Jahre vollzogener Aufschwung steht in engem Zusammenhang mit der Gründung des "Deutschen Mandolinisten- und Gitarristen-Bundes", der sich am 6. Dezember 1919 in Leipzig konstituierte. Das folgenreiche Wirken der Verbandsaktivitäten und die komplizierten Vorgänge zwischen den Jahren 1933 und 1945 werden ebenso eingehend analysiert wie die Tätigkeit der Einheitsorganisation "Fachgruppe VII" im Reichsverband für Volksmusik. Bei seiner Darstellung hatte der Autor zum Ziel, die "Zupforchesterbewegung" nicht als isoliertes Phänomen zu beschreiben, sondern sie als Teil eines allgemeinen, ebenso politisch-gesellschaftlichen wie geisteswissenschaftlich-kulturellen Kontextes zu sehen. Matthias Henke hat hierzu die ganze Fülle der seit dem Ende des 19. Jh. erschienenen Fachzeitschriften ausgewertet. Sie sind in ihrer Gesamtheit Zeugnis von einzigartigem Rang, dokumentieren sie doch in beeindruckender Weise den achtbaren Weg einer Musikergemeinschaft , die nicht auf "Anweisung von oben" entstand, sondern auf demokratische Weise "von unten", getragen von dem Willen und der Einsatzbereitschaft vieler Zupfmusikfreunde. Eine Verbandschronik des Bundes Deutscher Zupfmusiker von 1945 bis 1990, Kurzporträts deutscher Zupfensembles in Text und Bild sowie ein Namens- und Ortsregister runden das Buch ab und machen es zu einem informativen Nachschlagewerk. Matthias Henke: Das große Buch der Zupforchester. Schwingenstein-Verlag. 590 Seiten, 510 Abbildungen, davon 431 in Farbe.
Preis: EUR 24.80
Der Name Erhard Fietz hat unter deutschen Zupfmusikern einen guten Klang. Als Solist, Ensembleleiter, Pädagoge, Komponist, Organisator und Publizist erarbeitete er sich über fast fünf Jahrzehnte hinweg den Rang einer musikalischen Institution, insbesondere durch sein umfangreiches, sachkundiges und engagiertes Wirken innerhalb der DDR. Es lag daher nahe, die dabei gesammelten Erfahrungen festzuhalten. Die vorgelegte Dokumentation stützt sich im Wesentlichen auf persönliche Erfahrungen und Erinnerung sowie auf das eigene Archiv. Ergänzungen und Beiträge von Zeitzeugen und Verlagen komplettieren das Werk.
Preis: EUR 12.00